Freitag, 9. Juni 2006

Dienstag, 06.06.2006 ::: Negreira bis Olveiroa

Gezwungenermassen und gleichzeitig glücklicherweise (es sollte ein sehr heisser Tag werden) brachen wir heute früh schon um 5:00 noch im Dunkeln auf. Nachdem sich gestern die Hitze etwa gegen 23:00 im Schlafraum so einigermassen gelegt hatte, trat die "steirische Schnarchkompanie" (3 Mann) in Aktion und hielt uns nahezu vollständig vom Schlafen ab. Wie wir am nächsten Tag erfuhren, hatte diese Schnarchtruppe auf dem Camino schon eine gewisse Berühmtheit erlangt. Einer Japanerin, die im selben Raum wie wir schlief, ging es genauso und schloss sich uns daher an, zumal es ihr etwas zu mulmig war, allein in den dunklen Wald zu starten. Mit unseren 2 Lampen war es kein Problem, den Weg, der auch heute über weite Strecken durch Wald führte, komplett auszuleuchten, sodass wir auch Geröllpfade im Auf- und Abstieg problemlos im normalen Tempo laufen konnten. Eine Sternschnuppe, die Chikayo (die Japanerin) entdeckte, werteten wir als gutes Zeichen für den Tag.
Um 7:00, als die am Horizont blendend weiss scheinende Sonne auftauchte, hatten wir bereits die ersten zehn Kilometer unserer heutigen Etappe hinter uns gebracht. Auf dem Weg nach Olveiroa lernten wir einiges aus dem Leben von Chikayo kennen, umgekehrt sie einiges von unserem; gut 7 Stunden bieten dafür ja auch jede Menge Zeit.
Da wir das gleiche Lauftempo hatten, kamen wir zügig voran und erreichten gegen 12:30 die Herberge, obwohl es schon um 10:00 gut 30º im Schatten hatte.
Leider öffnet die Herberge in Olveiroa erst um 16:00 (war uns und allen anderen nicht bekannt), sodass wir erstmal mit den Rucksäcken an der Herbergstür unsere Plätze sicherten und uns dann in die etwa 300 m entfernte einzige Bar am Ort verzogen, um Flüssigkeit und Kalorien aufzutanken.
Die Herberge hier ist wunderschön angelegt, sie verteilt sich auf drei Gebäude im hiesigen Baustil: 1 Haus mit Büro und Aufenthaltsraum und drei Stallungen für Pferde, ein Gebäude mit 2 Schlafräumen auf 2 Etagen (23 Betten, einige Matratzen) sowie je 1 WC und 1 Dusche für Männer und Frauen und ein weiteres Gebäude mit Aufenthaltsraum. Ausserdem gibt es Grünflächen mit einigen Sitzgelegenheiten.
In dieser Herberge ist es Brauch, dass die Hospitalera jeweils aus den Spenden des Vortages ein Abendessen zubereitet. Ein gemeinsames Abendessen in der Herberge ist immer wieder etwas Besonderes.
Schon während des Abendessens wollte Thomas zu einem bekannten Gesicht weder Name noch eine Begebenheit einfallen. Erst beim Aufstehen fiel es ihm schlagartig ein: das ist ja Guy, Guy aus der Provence, der ihm in Navarette mit einer speziellen Salbe bei seinem Sonnenbrand zu Hilfe kam. Die dort nicht angefertigten Fotos holten sie hier gemeinsam nach.

Strecke: heute: 34 km / gesamt: 824 km

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