Mittwoch, 31. Mai 2006

Mittwoch, 31.05.2006 ::: Hospital da Cruz bis Melide

Die Strecke bis Melide verlief zum grössten Teil über schöne, naturbelassene Wald- und Wanderwege in ständigem Auf und Ab. Heute blies den ganzen Tag über und nicht wie sonst nur morgens ein eiskalter Wind, sodass wir unserer Jacken gar nicht auszuziehen brauchten.

Mittlerweile haben wir die Provinz Lugo hinter uns gelassen und befinden uns in der Provinz La Coruña (galicisch:A Coruña).
Die öffentliche Herberge hier läuft wie alle diese Herbergen in Galicien auf Spendenbasis und erfüllt ihren Zweck für eine Nacht.
Die Zeit am Nachmittag hat Lioba genutzt, um zum Friseur zu gehen. Die Anfangsübersetzung dort habe ich übernommen (den "Arbeitsauftrag" quasi mitgeteilt), den Rest haben die beiden Frauen mit Händen und sonst wie hingekriegt, wie ich nach einer guten halben Stunde, als ich von meinem Stadtspaziergang zurückkehrte, feststellte.


Strecke: heute: 29 km / gesamt 741 km

Dienstag, 30.05.2006 ::: Morgade bis Hospital da Cruz

Auf schönen Wanderwegen stiegen wir Richtung Portomarín ab und passierten dabei verschiedene kleine Dörfer, die alle einen irgendwie verlassenen Eindruck machten. Die Dorfhunde nahmen dabei von uns kaum Notiz - wir von ihnen auch nicht.
In Portomarín überquerten wir den dortigen Stausee und verliessen dann die Kleinstadt, nachdem wir dort unsere Einkäufe getätigt und unseren Frühstücks-Barbesuch absolviert hatten.
Der Weg nach wie aus Portomarín verlief kurzzeitig neben der Landstrasse, danach hatten wir wieder schöne Natur- bzw. Waldwege. Die Herberge an unserem Zielort Hospital da Cruz ist soweit ganz okay, nur die Lage direkt an einer Landstrasse ohne Garten, Wiese, Terrasse o.ä. ist ein kleines Manko. Wir verlegten daher unseren Nachmittagsaufenthalt auf die Terrasse der nahe gelegenen Bar und Thomas hat von dort aus telefonisch in Santiago in einer Privatherberge für das Wochenende unsere Übernachtungen vorgebucht; wir haben die Befürchtung, dass es an Pfingsten in Santiago ein Unterkunftsproblem geben könnte.
Wir haben jetzt etwa noch 80 km bis Santiago, die wir bis Freitag hinter uns bringen wollen. Samstag und Sontag sehen wir uns Santiago an und am Montag geht's dann weiter Richtung Cabo Fisterra, ans "Ende der Welt".

Nachtrag zur Bar:
Dies ist die erste Bar (Hospital da Cruz, nahe der Herberge), die wir ABSOLUT nicht empfehlen können; Leute dort absolut arrogant (Spanien-untypisch); nutzen die Situation, dass es dort nur eine Bar am Ort gibt absolut aus: wir haben ca. 45 min gewartet, bis wir bestellen konnten, Italiener am Nebentisch mussten geschlagene 2!! Stunden warten :-((
Lieber 1 km weiter gehen nach Ventas, wo es neben 2 guten Bars auch eine private und sehr gute Herberge gibt (Info von anderen Pilgern am nächsten Tag).

Strecke: 24 km / gesamt: 712 km

Montag, 29.05.2006 ::: Triacastela bis Morgade

Heute war es soweit, wir hatten uns das erste Mal verlaufen. Statt kurz vor Barbadelo nach rechts abzubiegen, gingen wir - warum auch immer - nach links, der Weg war aber auch zu schön. Das Schild "Propriedad privada" machte uns zwar etwas stutzig, aber da das Gatter offen stand, gingen wir einfach weiter. Die etwa 50 m unterhalb des Bauerhofs arbeitende Bäuerin riefen wir mit "¡Hola!" an, was offensichtlich das Startsignal für die beiden Hofhunde (einer zum Glück angeleint) war. Mit den Trekkingstöcken in der einen Hand und dem Pfefferspray in der anderen standen wir dem sein Revier verteidigenden Hund gegenüber und traten langsam rückwärts laufend - also quasi geordnet - unseren Rückzug an. 2 km falsch gelaufen bei einer avisierten Gesamtstrecke von mehr als 800 km - das ist ja so gut wie nichts.
Gestartet waren wir heute früh in der Morgendämmerung und gingen in einem "N"-förmigen Höhenprofil auf alten Naturpfaden, meist gesäumt von vor Urzeiten angelegten Natursteinmauern, durch uralte Eichenwälder. Der erst sich gegen etwa 11:00 auflösende Hochnebel begleitete uns von Triacastela bis auf den knapp 900 m hohen Pass von Ríocabo. Von da aus ging es - zum Teil steil - bergab bis nach Calvor. Kurz danach passierten wir Sarria, wo wir wieder auf Roland aus Trier (bereits in San Martín kennengelernt) trafen, der sich erst einmal über deutsche "Taxipilger" auskotzen musste: hatten Herbergsplatz belegt, und müde, fusslahme Pilger wurden wegen Vollbelegung weitergeschickt. Wir denken da genauso.
Von Sarria (543 m NN) aus ging es dann auf den zweiten Gipfel des "N"-Profils und unserem Zielort Morgade (auf keiner Landkarte zu finden: besteht nur aus einem Bauernhof mit angegliedertem Restaurant-/Herbergsbetrieb), das auf knapp 800 m Höhe liegt.
Auch diese Wege wieder ein echtes Naturerlebnis, hoher Ginster (zum Teil 4-5 m hoch), Eichen- und Birkenwälder sowie uralte Pfade. In Morgade hatten wir bereits gestern telefonisch zwei Herbergsplätze reserviert (in manchen privaten Herbergen möglich) und konnten so kurz nach 14:00 ganz entspannt unsere Plätze beziehen. Der grosse Tross zieht eh noch 2 km weiter bis nach Ferreiros, wo es eine kostenlose Herbergsunterkunft (in Galicien üblich) für Pilger gibt, die aber durchaus auch auf Spenden angewiesen sind.

Strecke: heute: 31 km / gesamt: 688 km

Sonntag, 28. Mai 2006

Sonntag, 28.05.2006 ::: O Cebreiro bis Triacastela

Die heutige Etappe haben wir mit 22 km etwas kürzer gehalten, wir wollen Liobas Kniee nach den uns erwartenden etwa 700 Höhenmetern im Abstieg nicht überstrapazieren.
Zunächst ging es aber in einem kurzen Anstieg von O Cebreiro hinauf in den Wald, von wo sich der Weg über Liñares auf die Passhöhe von San Rogue (1270 m) und nach Hospital da Condesa in wechselnden An- und Abstiegen über den Höhenkamm zieht. Nach einem kurzen aber knackigen Anstieg erreichten wir kurz hinter Padornelo den mit 1337 m höchsten Pass des Jakobusweges in Galicien, den Alto de Poio.
Auf den folgenden 12 km bis Triacastela erfolgte der Abstieg bis auf etwa 700 m. Die Landschaft hier ist wesentlich geprägt durch die hier vorherrschende Forst- und Almwirtschaft. Die Strassen durch die Dörfer (keine Strassen wie wir sie kennen sondern meist nur betonierte Rampen, oft auch naturbelassener Boden) zeigen die eindeutigen Spuren des täglichen Kuhtreibens in den Stall und zurück. Das Leben hier ist unter rein materiellen Gesichtspunkten ärmlich; uns erscheint auch, dass hier vorwiegend ältere und alte Menschen leben. So gesehen ist der ökonomische Faktor des Jakobsweges für manches Dorf nicht zu unterschätzen.
In Fonfría, einem dieser halb verlassenen und entsprechend verwahrlosten Dörfer, bot uns eine Bäuerin gegen ein "Donativo" (Spende) Pfannkuchen mit Zucker an. Wir hatten zwar keinen Hunger, nahmen ihr aber doch drei davon (aus ökonomischen Gründen) ab.
In Triacastela fanden wir die Herberge, die wir eigentlich anlaufen wollten auf Anhieb nicht, dafür eine andere, die den ersten guten Eindruck mehr als bestätigte. (Albergue Berce de Camino, Avds. Camilo José Cela 11: Zimmer mit je 3 Stockbetten, Standard der sanitären Anlagen wie zuhause, grosse Küche und Aufenthaltsraum, Kaffeeautomat, freier Internetzugang = perfekt!)
Hier in Triacastela ist heute am Sonntag Markt, parallel dazu gibt es 2 offene Zelte: in einem gibt's Gegrilltes, im anderen werden Tintenfische zu "pulpo" geschnetzelt - lecker!
Wir werden uns jetzt mit unseren Einkäufen vom Markt auf die Herbergsterrasse zurückziehen und diese in aller Gemütsruhe verzehren.

Strecke: heute: 22 km / gesamt: 657 km
dabei etwa 700 Höhenmeter im Abstieg

Samstag, 27.05.2006 ::: Pereje bis O Cebreiro

Nach einem rundum gelungenen 3-Gang-Mittagsmenü in der Taberna "Venta Celta" (empfehlenswert!) in O Cebreiro, abgeschlossen von einem Café con leche mit einem (oder zwei ?) Schuss Aguardiente und danach einem Kaffeelikör, der uns von einem benachbart sitzenden spanischen Paar angeboten wurde, geht es uns blendend.
Nachdem wir uns von Pereje über Vega de Valcarce bis Ruitélan warm gelaufen hatten, begann zunächst bis La Faba der Aufstieg in Richtung galicische Grenze.
Das Landschaftsbild erinnerte uns heute mehr ans Allgäu. Der weitere Aufstieg bis zur Grenze zwischen Castilla y Leon und Galicien war ebenso steil wie zuvor, nur dass wir nicht mehr im Schutz schattenspendender Bäume laufen konnten. Einen Kilometer nach der Grenze, wir sind jetzt in der galicischen Provinz Lugo, erreichten wir auf knapp 1300 m O Cebreiro.
Die wunderschön gelegene Herberge (360º-Panoramablick) ist etwas heruntergekommen, aber für eine Nacht okay. Tanja, die junge Amerikanerin, die wir in Navarette kennen lernten, haben wir hier oben auch wieder getroffen. Auch Daniel und Josy (franz. Ehepaar) und Daniel und Francoise (belg. Ehepaar), mit denen wir zusammen mit Marcelino und dessen Frau (Name leider vergessen, brasilianisches Ehepaar) in Pereje ein gemeinsames Abendessen in der dortigen Bar hatten, sind im Laufe des Nachmittags gut und wohlbehalten angekommen. Einzig Michel, ein - wie Daniel und Josy - ausnehmend sympathischer Franzose (wir haben auch schon andere kennengelernt) hat echte Probleme (Knie!) beim Anstieg bekommen. Wäre schade, wenn er so kurz vor Schluss abbrechen müsste!

Strecke: heute: 23 km / gesamt: 635 km
dabei gute 600 Höhenmeter im Anstieg

Freitag, 26. Mai 2006

Freitag, 26.05.2006 ::: Ponferrada bis Pereje

Entgegen unserer gestrigen Aussage, maximal bis 12:00 mittags laufen zu wollen, kamen wir heute gegen 13:30 in der Herberge in Pereje an. Wir liessen es heute einfach langsamer angehen und wollten andererseits für die nächste Bergetappe ein paar Kilometer herauslaufen. Zum anderen läuft es sich bei über 30º einfach nicht so schnell und als Kontrastprogramm zum Besuch der Kirchen und Monumente halten wir das Aufsuchen verschiedener Bars für genauso wichtig; hier lernt man das soziokulturelle Spanien am Besten kennen.
Der Streckenverlauf war entsprechend der Landschaft im Bierzo, die uns unabhängig voneinander an die Schwäbische Alb erinnerte, ein abwechslungsreiches Hinauf und Hinunter. Irgendwie ist im Bierzo alles ein bisschen sauberer, aufgeräumter, etc. Vielleicht sind das hier die Schwaben Spaniens?
Neben Kohlehalden und alten Stahlbergwerken, die wir beim Herauslaufen aus Ponferrada (Pons ferrata - eiserne Brücke) sahen, fielen uns im ringsum von Bergketten umsäumten Bierzo die Gemüse- und Weinbaukulturen auf.
So erreichten wir über Cacabelos Villafranca del Bierzo, das auch das "kleine Compostela" genannt wird. Hier absolvierten wir nochmals unser Kulturdoppel: romanische Santiago-Kirche und anschliessend Altstadt-Bar, bevor wir dann die letzten 6 km nach Pereje in praller Mittagssonne abspulten.
Die Herberge ist spitze: Einzelbetten (ca. 30) in 2 Schlafsäle auf 2 Ebenen aufgeteilt; wir haben einen Fensterplatz und damit "die nächtliche Kontrolle" über das Fenster (es gibt tatsächlich Leute, die bevorzugen in vakuumähnlichen Räumen zu nächtigen). Nur die hiesige Hospitalera ist etwas spröde, "medio-galicisch" wie ein spanischer Pilger augenzwinkernd bemerkte. Im Verlauf des Nachmittags gelang es mir aber dann doch, ihr das ein oder andere Lächeln zu entlocken. Kommunikation funktioniert überall nach den gleichen Regeln.

Strecke: heute: 29 km / gesamt: 612 km

Donnerstag, 25. Mai 2006

Donnerstag, 25.05.2006 ::: El Acebo bis Ponferrada

Der weitere Abstieg aus den Bergen nach Ponferrada gestaltete sich weitaus angenehmer als der nach El Acebo. In Serpentinen ging es hinunter bis auf 543 m NN nach Ponferrada, einer alten Templerstadt und der heutigen Hauptstadt des Bierzo.
Einquartiert haben wir uns in der Herberge San Nicolas de Flüe, einer wahren Luxusunterkunft unter den Herbergen, die keinen Wunsch offen lässt.
Die Templerburg, die wir heute vormittag besichtigt haben, wird zur Zeit renoviert und saniert. Heute nachmittag werden wir uns noch die Basilika ansehen.
So wie es zur Zeit aussieht, sind wir nicht nur in Ponferrada sondern auch im sommerlichen Spanien angekommen; das Wetter ist seit gestern so, dass wir auf keinen Fall noch nach 12:00 laufen möchten.
Wir hatten in der Herberge das Glück, ein 4 Bett-Zimmer (2 Stockbetten) zu bekommen und hatten uns mit einem spanischen Ehepaar, das wir schon von gestern kannten, gut verstanden. Leider mussten sie heute abbrechen: der Mann war mit seinem hochentzündeten Sprunggelenk beim Arzt, der ihm dringend zum Abbruch und zur Heimreise nach Barcelona geraten hat. So gesehen geht es uns beiden blendend.
Vor dem Abendessen waren wir noch in der Kirche San Carmen, die auf dem Herbergsgelände liegt, zur Pilgermesse. Gehalten wurde diese von einem jungen spanischen Priester, der mit zwei "Priester-Azubis" zusammen ebenfalls auf dem Jakobsweg unterwegs ist.

Strecke: heute: 16 km / gesamt: 583 km

Mittwoch, 24.05.2006 ::: Astorga bis El Acebo

Angekommmen sind wir heute in El Acebo, wir wollten es ja nicht anders. Unsere ursprüngliche Planung, minimal bis Rabanal el Camino (21 km), maximal bis Foncebadon (27 km) warfen wir aus verschiedenen Gründen über den Haufen. Erstens hatte Thomas kaum noch Probleme mit seinen Füssen bzw. Blasen und meine anfänglichen Halsschmerzen waren in Rabanal el Camino auch schon wesentlich besser. Zum zweiten öffnet die Herberge in Foncebadon erst um 15:00, was fast drei Stunden Wartezeit bedeutet hätte. Und drittens war das Wetter heute so genial, dass wir dieses "Bergwetter" einfach ausnutzen mussten.
Astorga liessen wir recht bald hinter uns und durchquerten die hügelige und karge Landschaft der Maragatería.
Ausgehend von ca. 800 m NN in Astorga stieg der Weg langsam und gleichmässig an. Über Santa Catalina (1000 m) und El Ganso (ca. 1100 m), wo wir unsere Vorräte für unterwegs noch einmal ergänzten, stieg der Weg, der mittlerweile keine Piste mehr war sondern zunehmend in steinige Trampelpfade überging, bis auf knapp 1200 m in Rabanal an. Wir hielten uns dort nicht auf, sondern liefen gleich weiter bis Foncebadon (1400 m NN), ein weitgehend verfallenes Dorf, wo wir in der einzigen Bar bei einem Tonkrug Coca-Cola die Entscheidung, den Pass zu überqueren, gemeinsam fällten. Die Bar hat übrigens etwas: von aussen völlig unscheinbar, zeigt sie sich innen urgemütlich.
Der weitere Weg durch die Berge von León war zwar steiler als zuvor aber immer gut zu bewältigen. Nach der zuletzt endlosen Monotonie der Ebene war es eine wirkliche Abwechslung, Berge, weisser Ginster, meterhohes Heidekraut, blauer Himmel und Sonnenschein, absolute Stille, nur unterbrochen von irgendwelchem Getier - einfach phantastisch.
Oben auf der Passhöhe von 1504 m passierten wir das "Eiserne Kreuz", das auf einem 5 m hohen Eichenstamm inmitten eines gewaltigen Steinhaufens steht. Das Ablegen und damit Anhäufen von Steinen durch vorbeigehende Pilger und Wanderer hat schon eine lange Tradition und besteht schon seit dem Mittelalter.
Der Höhenverlauf insgesamt hatte heute etwa die Form eines "M". Wir befanden uns jetzt auf dem ersten Gipfel und stiegen hinunter nach Manjarin, ein ebenfalls weitgehend verfallenes Dorf, um danach den zweiten Gipfel dann in Angriff zu nehmen. Landschaftlich weiterhin unveränderte Spitzenklasse.
Der Abstieg nach El Acebo war steil und mühsam, weil der Trampelpfad mit festen und losen Steine nur so gespickt war.
Jetzt merkte ich, dass meine Füsse und Knie genug hatten. Ich sehnte El Acebo herbei. Um 15:30 hatten wir unseren Platz in der Herberge und duschten uns die Strapazen vom Leib.
El Acebo ist ein malerisch schönes Bergdorf, das zum "Bierzo" gehört, der letzten Region der Provinz León, bevor wir Galicien erreichen.
Wir haben hier in El Acebo auch wieder Susanna (Sansol-Bekanntschaft) getroffen und Bekanntschaft mit Henry, einem Kanadier gemacht; auch Allan ist heute hier angekommen.

Strecke: heute: 39 km / gesamt: 567 km
dabei 800 Höhenmeter im Anstieg und 400 Höhenmeter im Abstieg.

Dienstag, 23. Mai 2006

Dienstag, 23.05.2006 ::: San Martín bis Astorga

Auf dem Weg nach Astorga wurde die Landschaft allmählich hügeliger und die Bergketten, die wir die Tage zuvor nur ganz weit entfernt am Horizont gesehen hatten, rückten auf einmal näher. Die Vegetation nahm jetzt wieder mehr heideähnlichen Charakter an und auch Wälder waren jetzt wieder zu sehen. In Astorga bekommen wir in der privaten Herberge 'San Javier', etwa 100 m von der Kathedrale entfernt, Platz. Grosszügiger Aufenthaltsraum mit Küchenzeile, sehr schöner windgeschützter Innenhof und 2 Internet-PC's sind uns sofort aufgefallen. Duschen (richtig warmes Wasser) und sanitäre Anlagen sind sehr sauber. Leider hatten wir nach der Handwäsche die Wäscheschleuder benutzt; Liobas Strümpfe waren auf einmal weg und es war schon etwas aufwändiger, diese zwischen Edelstahltrommel und Gehäuse zu finden und "zu bergen".
Astorga ist eine sehr überschaubare Stadt, bei der uns neben der Kathedrale vor allem der Gaudí-Palast, der einem regelrecht ins Auge sticht, aufgefallen ist. Nicht nur von aussen ist dieser Palast eine Augenweide, auch von innen einfach genial. Daneben beherbergt dieser Palast ein Museum, das sog. "Museum der Wege", das auch uns Kunstbanausen mehr als beeindruckt hat. Kurz gesagt ein absolutes Muss, wenn man sich in Nordspanien aufhält. Die Kathedrale lässt sich mit den in Burgos und León überhaupt nicht vergleichen; sie ist einfach und trotzdem bestechend schön. Vor allem die Innensäulen erinnern uns an den Roman 'Die Säulen der Erde'.
Am Nachmittag genossen wir etwas die Sonne im Innenhof und ich nahm dabei mit einem Spanier zusammen ein Sole-Fussbad (eiskaltes Wasser: mucho frio!!) in einem dort eingerichteten speziellen Becken. Soll gut für die Füsse sein - mal seh'n! Vom Wetter her ist es heute tendentiell mal eher so, wie man das mit Spanien eben in Verbindung bringt: sonnig und auch nicht übermässig windig; sehr gut zum Aushalten.

Strecke: heute: 25 km / gesamt: 528 km
Noch ca. 250 km bis SdC und ca. 340 km bis ans Kap